Gesundheitsförderung und Prävention

Krankheit zu vermeiden und Gesundheit zu verbessern sind die zentralen Aufgabengebiete von Gesundheitsförderung und Prävention. Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Während biologische Faktoren zum großen Teil nicht veränderbar sind, können viele Aspekte aus den anderen Bereichen gesundheitsförderlich gestaltet werden.

Quelle: Dahlgren, G. & Whitehead, M. (1991). Policies and strategies to promote social equity in health. Background document to WHO – Strategy paper for Europe. Stockholm: Institute for Futures Studies

Bereits in der Ottawa-Charta der WHO aus dem Jahr 1986 wurde die Notwendigkeit formuliert, Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen. Notwendig dafür ist ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken aller am Prozess beteiligten Akteure, wobei die Strategien an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden müssen.

Neben dem bundesdeutschen „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention“ ist die Gesundheitsförderung und Prävention auch auf Landesebene im bayerischen Gesundheitsdienst- und Verbraucherschutzgesetz verankert. Danach sollen „sämtliche Behörden für Gesundheit […] zusammen mit anderen auf demselben Gebiet tätigen öffentlichen und privaten Stellen die Bevölkerung bei der Erhaltung und Förderung der Gesundheit“ unterstützen.

Grundsätzlich werden zwei Herangehensweisen unterschieden:

Gesundheitsförderung ist der Prozess, der es Menschen ermöglicht, Kontrolle über ihre Gesundheit auszuüben und sie zu verbessern (Weltgesundheitsorganisation, Ottawa Charta 1986).

Prävention umfasst Maßnahmen, die das Auftreten einer Krankheit (Primärprävention, z. B. Schutzimpfungen), deren Ausweitung (Sekundärprävention, z. B. Vorsorgeuntersuchungen / Screening) oder Folgeschäden (Tertiärprävention, z. B. Rehabilitationsbehandlungen) verhindern sollen. Anhand der Ausrichtung einer Präventionsmaßnahme unterscheidet man die personenbezogene Verhaltensprävention (z. B. Rauchausstiegskurs) von der umfeldbezogenen Verhältnisprävention (z. B. Rauchverbot in öffentlichen Räumen).

Mögliche Themenfelder und Zielgruppen

Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung

  • Strategien zur Krankheitsvermeidung (Bayerische Impfstrategie)
  • Gesunde Lebenswelten in allen Lebensphasen (Setting, Quartiere etc.)
  • Gesunde Ernährung
  • Bewegungsförderung
  • Suchtvorbeugung
  • Prävention und Gesundheitsförderung rund um Schwangerschaft und Geburt, Frühe Hilfen
  • Kinder- und Jugendgesundheit
  • Männer- und Frauengesundheit (geschlechterorientierter Ansatz)
  • Gesundheitsförderung im Alter (Multimorbidität, Demenz, chronische Erkrankungen etc.)
  • Gesundheitsschutz, insbesondere Hygiene, Infektionsschutz und Impfen
  • Förderung einer möglichst selbstständigen, aktiven Lebensweise im gewohnten häuslichen Umfeld bis ins hohe Alter
  • Gesundheitsförderung pflegender Angehöriger
  • Gesundheitsförderung für Menschen mit Migrationshintergrund
  • Gesundheitliche Chancengleichheit
  • Stadtplanung und Kreisentwicklung
  • Schwerpunktthemen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege
Skip to content